PHP2Shell: PHP-Sicherheitslücke testen, prüfen und beheben
Veröffentlicht · Aktualisiert · von Steffen Stein, Zybee Labs
Am 21. Oktober 2026 hat das PHP-Projekt zwei kritische Sicherheitslücken geschlossen. Über sie können Angreifer ohne Anmeldung eigenen Code auf Webservern ausführen. Betroffen ist fast jede Website, die mit PHP läuft, also auch WordPress, WooCommerce, Shopware und viele Agentur-Websites.
Diese Anleitung zeigt, wie Sie in wenigen Minuten testen, ob Ihre Website betroffen ist, und wie Sie das Update einspielen, egal ob Shared Hosting, Managed Hosting oder eigener Server.
Das Wichtigste in Kürze: Was muss ich jetzt tun?
- Selbst testen: Unser kostenloser PHP-Check zeigt in etwa 10 Sekunden, welche PHP-Version Ihre Website von außen meldet. Ohne Login.
- Sichere Versionen: PHP 8.5.12, 8.4.27, 8.3.36 und 8.2.35 oder neuer.
- Kein offizielles Update für PHP 8.1 und älter. Hier hilft nur der Wechsel auf eine unterstützte Version.
- Ein WordPress-Update hilft nicht. Die PHP-Version auf dem Server muss sich ändern.
- Shared Hosting: Die meisten großen Hoster haben das Update inzwischen eingespielt (Stand je Hoster). Eigener Server oder VPS: Sie müssen selbst handeln.
- Keine Zeit? Wir erledigen das Update für Sie, innerhalb von 24 Stunden nach Freigabe.
Update 23. Oktober 2026: Ob die Lücken schon ausgenutzt werden, ist umstritten: Mehrere Sicherheitsfirmen melden Angriffe, das BSI kennt noch keine erfolgreiche Ausnutzung in der Breite. Neu sind außerdem der Stand bei STRATO, Host Europe und Infomaniak und wie Sie prüfen, ob die Korrektur wirklich installiert ist.
Update 22. Oktober 2026: Laut Amazon Threat Intelligence gab es erste Angriffsversuche schon am 17. Oktober, vier Tage vor dem Update, und die Lücken werden inzwischen breit ausgenutzt. Neu im Artikel: der Stand bei IONOS, STRATO, ALL-INKL.COM, Hetzner und weiteren Hostern, auch in Österreich und der Schweiz, Hinweise für WordPress, Shopware, TYPO3, Contao und JTL-Shop, woran Sie einen Angriff erkennen und was die DSGVO nach einem Angriff verlangt.
Was ist passiert?
Das PHP-Projekt hat am 21. Oktober 2026 PHP 8.5.12, 8.4.27, 8.3.36 und 8.2.35 veröffentlicht. Sie schließen zwei Lücken mit den Kennungen CVE-2026-109618 und CVE-2026-109619, beide mit 9,2 von 10 Punkten (CVSS v4.0) als kritisch eingestuft. Sicherheitsforscher nennen sie „PHP2Shell“.
Laut PHP-Projekt ist jede PHP-Installation gefährdet, die Web-Anfragen beantwortet: PHP-FPM, Apache mit mod_php, php-cgi, FrankenPHP und LiteSpeed. Am größten ist das Risiko bei Apache mit mod_php. Dort funktioniert ein vorgeführter Angriff, bevor überhaupt Code Ihrer Website ausgeführt wird. Details waren schon einen Tag vor dem Update bekannt, und Angriffswerkzeuge sind öffentlich. Wie gefährlich die Lage gerade ist, schätzen Sicherheitsfirmen und Behörden unterschiedlich ein (Stand unten). Warten Sie trotzdem nicht auf das nächste Wartungsfenster. English version: PHP2Shell: check and update your PHP version.
Wird PHP2Shell schon ausgenutzt?
Darüber sind sich die Fachleute nicht einig. Stand 23. Oktober 2026, 11 Uhr:
| Wer | Was | Datum |
|---|---|---|
| Amazon Threat Intelligence | Erster Angriffsversuch auf Amazons Honeypots am 17. Oktober, inzwischen breite Ausnutzung | 22.10. |
| Sansec (mit Daten von Cloudflare) | Angriffswelle am 21. Oktober ab 07:43 UTC, noch vor dem Update | 21.10. |
| watchTowr | Ausnutzung beider Lücken in seinem Honeypot-Netz beobachtet | 21.10. |
| VulnCheck | Eigener funktionierender Angriff auf PHP 8.4.26 mit Standard-Schutzmaßnahmen, nur für eigene Kunden, nicht öffentlich | 22.10. |
| Sansec | „Mass exploitation of PHP2Shell is less likely than we expected on release day.“ Die öffentlichen Angriffswerkzeuge funktionieren gegen eine PHP-Standardinstallation nicht | 22.10. |
| BSI | „Dem BSI ist aktuell noch keine erfolgreiche Ausnutzung der Schwachstellen in der Breite bekannt.“ | 22.10. |
Kurz: Angreifer versuchen es, aber eine erfolgreich angegriffene Website ist öffentlich bisher nicht belegt. Das ist kein Grund zur Entwarnung. Ein funktionierender Angriff existiert laut VulnCheck bereits, und solche Werkzeuge können jederzeit öffentlich werden.
Schritt 1: PHP-Version prüfen
Wichtig ist die Version, mit der Ihre Website läuft, nicht irgendeine auf dem Server installierte PHP-Version.
Am schnellsten, ohne Login: Viele Server verraten ihre PHP-Version im Header X-Powered-By. Unser kostenloser PHP-Check liest ihn von außen aus und erklärt das Ergebnis. Verbirgt Ihr Server die Version, ist das gute Praxis. Dann nutzen Sie einen der Wege unten.
WordPress: Öffnen Sie Werkzeuge → Website-Zustand → Bericht und klappen Sie den Bereich Server auf. Dort steht die PHP-Version.
cPanel: Öffnen Sie den MultiPHP Manager. Er zeigt jede Domain mit ihrer PHP-Version. Manche Hoster nennen den Punkt Select PHP Version.
Plesk: Öffnen Sie unter Websites & Domains die Domain und dort die PHP-Einstellungen (in neueren Plesk-Versionen im Reiter Hosting & DNS). Die Version steht ganz oben.
Managed Hosting und Hoster-Kundenmenü: Die meisten Hoster zeigen die PHP-Version in den Einstellungen der Website oder des Webspace. Finden Sie sie nicht, fragen Sie den Support. Das ist für ihn eine Antwort in einer Zeile.
Eigener Server: Legen Sie eine Datei mit <?php phpinfo(); im Web-Verzeichnis an, rufen Sie sie im Browser auf, notieren Sie die Version und löschen Sie die Datei sofort wieder, denn sie verrät viel über Ihren Server. php -v im Terminal zeigt die Kommandozeilen-Version, die sich von der Version Ihres Webservers unterscheiden kann.
Schritt 2: Ist Ihre Version sicher?
| Ihre PHP-Reihe | Sicher ab | Hinweis |
|---|---|---|
| 8.5 | 8.5.12 | Aktiv unterstützt |
| 8.4 | 8.4.27 | Aktiv unterstützt |
| 8.3 | 8.3.36 | Nur noch Sicherheitsupdates |
| 8.2 | 8.2.35 | Unterstützung endet am 31. Dezember 2026 (danach droht eine Gebühr) |
| 8.1, 8.0, 7.x | Kein offizielles Update | Wechsel auf 8.4 oder 8.5 nötig |
Ein Beispiel: PHP 8.4.26 gehört zu einer unterstützten Reihe, enthält aber die Korrektur vom 21. Oktober nicht. Sie brauchen 8.4.27 oder neuer.
Sie kennen Ihre Version nicht? Prüfen Sie sie hier kostenlos.
Ausnahme Linux-Distributionen: Debian, Ubuntu, Red Hat und andere behalten oft die alte Versionsnummer und spielen die Korrektur in ihre Pakete ein. Eine ältere Nummer mit Zusatz wie -1ubuntu oder +deb12 kann also bereits sicher sein. Ihr Hoster oder der Security-Tracker Ihrer Distribution weiß es genau.
Stand bei den Hostern
Die meisten Hoster spielen die Korrektur selbst ein, oft ohne dass sich die angezeigte Versionsnummer ändert, weil sie die Korrektur in ihre eigenen PHP-Pakete übernehmen. Stand 23. Oktober 2026, 11 Uhr, laut Statusseiten und Mitteilungen der Hoster:
| Hoster | Stand Shared und Managed Hosting | Eigene Server |
|---|---|---|
| IONOS | Offizielle PHP-Updates auf allen eigenen Plattformen eingespielt, Kunden müssen nichts tun (Statusseite, 22.10., 13:03 Uhr: „Websites und Hosting bei IONOS sind geschützt.“) | VPS und Bare Metal: selbst aktualisieren |
| STRATO | Laut aktualisiertem Hinweis auf strato.de geschützt: Update auf allen selbst betriebenen Plattformen eingespielt, Kunden müssen nichts tun (zitiert von severint.net; der Hinweis trägt weiter das Datum 21.10., 14 Uhr) | – |
| ALL-INKL.COM | Alle angebotenen PHP-Versionen gepatcht, auch ältere (Hinweis auf all-inkl.com), abgeschlossen erst am 22.10. Kundenmenü und Webmail waren zeitweise eingeschränkt. ALL-INKL rät, Websites auf ungewöhnliche Änderungen zu prüfen | – |
| Hetzner | Webhosting und Managed Server: PHP 7.4 und 8.0 bis 8.5 am 21.10. gepatcht, 5.6 und 7.3 am 22.10. | Dedicated und Cloud: selbst aktualisieren |
| netcup | Webhosting und Managed Server gepatcht, alle seit 21.10., 22:51 Uhr wieder online | – |
| Mittwald | Fast alle PHP-Versionen gepatcht, seit 22.10., 00:28 Uhr gelöst. Für PHP unter 5.6 gibt es laut Statusseite noch keine Korrektur | – |
| Host Europe | Alle Systeme gepatcht (FAQ, 22.10., 15:30 Uhr) | VPS: selbst aktualisieren |
| domainfactory | Alle erforderlichen Sicherheitspatches eingespielt (22.10., 13:16 Uhr), in Managed- und Reseller-Tarifen auch für PHP unter 8.2 | VPS: selbst aktualisieren |
| Hostinger | Alle Hosting-Server gepatcht, PHP 5.2 bis 8.5 | VPS: selbst aktualisieren |
| easyname (Österreich) | Behebung abgeschlossen, keine Aktion nötig; die eingestellte PHP-Version bleibt unverändert | Selbst verwaltete Server: selbst aktualisieren |
| World4You (Österreich) | Keine öffentliche Meldung gefunden. Ein Kunde berichtete am 22.10., seine Hosting-Pakete seien noch nicht aktualisiert | – |
| METANET (Schweiz) | Shared Hosting, Managed und Reseller Server gepatcht, abgeschlossen am 22.10., 12:50 Uhr | VPS und Root Server: selbst aktualisieren |
| Hostpoint (Schweiz) | Keine öffentliche Meldung gefunden; die Statusseite zeigt keine Meldung | – |
| cyon (Schweiz) | Keine öffentliche Meldung gefunden | – |
| Infomaniak (Schweiz) | Schutzmaßnahmen aktiv, Korrekturen „sobald verfügbar“; Dateiversand auf einigen Diensten vorübergehend eingeschränkt (Statusseite, zuletzt 22.10., 21:05 Uhr). Eine Abschlussmeldung für das Webhosting haben wir nicht gefunden | – |
Keine öffentliche Meldung heißt nicht, dass dort nicht gepatcht wurde. Fragen Sie im Zweifel nach. Wir aktualisieren die Übersicht laufend: Aktueller Stand aller Hoster.
Ihr Hoster fehlt oder Sie sind unsicher? Fragen Sie mit der Vorlage unten nach. Eine laufend gepflegte Liste weiterer Hoster führt severint.net.
So prüfen Sie, ob die Korrektur wirklich installiert ist
Bleibt die Versionsnummer gleich, sehen Sie von außen nicht, ob die Korrektur drin ist. Drei Wege:
- Den Hoster fragen, ob das PHP Ihrer Website die Korrektur für CVE-2026-109618 und CVE-2026-109619 enthält (Vorlage). Das ist die einzige sichere Antwort bei Shared Hosting.
- Das Build-Datum ansehen: In
phpinfo()steht oben „Build Date“. Liegt es vor dem 20. Oktober 2026, fehlt die Korrektur so gut wie sicher. Ein neueres Datum ist ein gutes Zeichen, aber kein Beweis. Löschen Sie die phpinfo-Datei danach sofort wieder. - Eigener Server: Das Änderungsprotokoll Ihres PHP-Pakets nennt die CVE-Nummern, zum Beispiel mit
apt changelog php8.2-fpmoderrpm -q --changelog php-fpm.
Wichtig: Ein gepatchter Hoster schützt Sie ab dem Zeitpunkt des Updates. Lief Ihre Website vorher ungeschützt, lohnt sich ein Blick auf mögliche Spuren eines Angriffs.
Schritt 3: Update einspielen
Shared Hosting und Managed Hosting
Updates innerhalb einer Reihe (zum Beispiel von 8.4.26 auf 8.4.27) spielen die meisten Hoster selbst ein. Die Reihe (8.3, 8.4, 8.5) wählen Sie im Kundenmenü.
- Sie nutzen eine unterstützte Reihe: Fragen Sie Ihren Hoster, wann das Sicherheitsupdate kommt, und prüfen Sie die Version danach erneut.
- Sie nutzen PHP 8.1 oder älter: Wechseln Sie auf eine unterstützte Reihe. In cPanel wählen Sie im MultiPHP Manager eine neuere Version und klicken auf Übernehmen. In Plesk wählen Sie in den PHP-Einstellungen der Domain eine neuere Version und speichern. Wird keine neuere Version angeboten, fragen Sie Ihren Hoster.
Vorlage für Ihre Anfrage an den Hoster:
Guten Tag, am 21. Oktober 2026 hat das PHP-Projekt kritische Sicherheitsupdates veröffentlicht (CVE-2026-109618 und CVE-2026-109619, behoben in PHP 8.5.12, 8.4.27, 8.3.36 und 8.2.35). Welche PHP-Version nutzt meine Website [Domain], und wann wird das Update dort eingespielt? Vielen Dank.
Plesk: PHP-Update einspielen
Plesk bei Ihrem Hoster (Shared oder Managed Hosting): Das Update spielt der Hoster ein. Sie wählen in den PHP-Einstellungen der Domain nur die Reihe, siehe oben.
Eigener Plesk-Server: Laut Plesk sind alle mit Plesk ausgelieferten PHP-Versionen betroffen. Korrigiert sind:
| PHP-Reihe in Plesk | Korrigierte Version |
|---|---|
| 8.5 / 8.4 / 8.3 / 8.2 | 8.5.12 / 8.4.27 / 8.3.36 / 8.2.35 |
| 8.1, 8.0, 7.4 (nur Linux, Support beendet) | gleiche Nummer (8.1.34, 8.0.30, 7.4.33), aber nur Builds vom 21. Oktober 2026 |
| Plesk selbst (sw-engine / plesk-engine) | Plesk Obsidian 18.0.81 Update 4 oder 18.0.80 Update 11 |
- Plesk aktualisieren: die neuesten Plesk-Updates installieren. Plesk nennt dafür keinen Sonderweg, nur: auf die neueste verfügbare Version aktualisieren.
- Prüfen: Unter Tools & Einstellungen → PHP-Einstellungen steht die Version im Namen jedes PHP-Handlers. Per SSH zeigt zum Beispiel
/opt/plesk/php/8.3/bin/php -vVersion und Build-Datum. Bei 8.1, 8.0 und 7.4 muss dortOct 21 2026oder später stehen. - Für PHP 5.6, 7.2 und 7.3 gibt es von Plesk keine Korrektur. Plesk verweist auf den kostenpflichtigen Extended Support von TuxCare. Besser: auf eine unterstützte Reihe wechseln.
Eigener Server (VPS oder dedizierter Server)
- Installieren Sie die Updates aus den Paketen Ihrer Distribution (zum Beispiel mit
aptoderdnf) oder aus den PHP-Builds, die Sie sonst verwenden. - Starten Sie danach PHP-FPM bzw. den Webserver neu. Laufende Prozesse behalten sonst den alten Code im Speicher.
- Prüfen Sie die Version, die Ihre Website meldet, nicht nur
php -v.
PHP 8.1 oder älter: Jetzt richtig upgraden
Für PHP 8.1, 8.0 und 7.x gibt es kein offizielles Update. Das PHP-Projekt hat nur Quellcode-Korrekturen für 7.4, 8.0 und 8.1 veröffentlicht, für Leute, die PHP selbst kompilieren. Manche Distributionen und Anbieter mit Langzeit-Support spielen die Korrektur ein, aber die eigentliche Lösung ist der Wechsel auf PHP 8.4 oder 8.5. Nebenbei sparen Sie die monatliche Gebühr, die viele Hoster für alte Versionen verlangen (PHP Extended Support: Kosten und Kündigung).
Ein Sprung über mehrere Versionen kann Ihre Website beschädigen, meist wegen veralteter Themes oder Plugins. Gehen Sie deshalb so vor:
- Sicherung von Dateien und Datenbank erstellen.
- WordPress, Theme und Plugins aktualisieren. Nicht genutzte Plugins entfernen.
- Auf einer Staging-Kopie testen, wenn Ihr Hoster das anbietet.
- PHP-Version umstellen und die wichtigen Seiten durchklicken: Startseite, Kontaktformular, Warenkorb und Kasse, Login.
- Wenn etwas nicht funktioniert: im Kundenmenü zurückstellen und das verursachende Plugin reparieren oder ersetzen. Bleiben Sie nicht dauerhaft auf der alten Version.
Genau hier lohnt sich Hilfe: Wir übernehmen den Wechsel für Sie, inklusive Sicherung, Plugin-Prüfung und Test.
PHP2Shell in WordPress, Shopware, TYPO3, Contao und JTL-Shop
Ein Update Ihres Shop- oder CMS-Systems schließt PHP2Shell nicht. Die Lücken stecken in PHP darunter. WooCommerce schreibt dazu: „No WooCommerce or WordPress update is required or planned for these issues.“ Wichtig wird Ihr System erst, wenn Sie von PHP 8.1 oder älter wechseln müssen: Dann braucht es eine Version, die PHP 8.2 oder neuer unterstützt.
| System | PHP-Version ansehen | PHP-Unterstützung aktueller Versionen |
|---|---|---|
| WordPress / WooCommerce | Werkzeuge → Website-Zustand → Bericht → Server | WooCommerce empfiehlt PHP 8.3 oder neuer |
| Shopware 6 | Im Kundenmenü Ihres Hosters | Shopware 6.7: ab PHP 8.2 |
| TYPO3 | Admin Tools → Maintenance → Environment | TYPO3 13 LTS und 14: PHP 8.2 bis 8.5 |
| Contao | Im Kundenmenü Ihres Hosters | Contao 5.5 und neuer: ab PHP 8.2, Contao 5.7: ab PHP 8.3 |
| JTL-Shop 5 | In den PHP-Einstellungen Ihrer Domain beim Hoster | Ab 5.2: PHP 8.1, ab 5.2.3 wird PHP 8.2 empfohlen |
Läuft Ihr Shop noch auf einer älteren Version, die PHP 8.2 nicht unterstützt, steht vor dem PHP-Wechsel ein Update des Shops an. Das ist der Teil, bei dem am meisten schiefgehen kann: Sicherung, Test auf einer Kopie, dann umstellen. Wir übernehmen das für Sie.
Gibt es eine Übergangslösung?
Nur eine teilweise. Das PHP-Projekt nennt Einstellungen, die einzelne Angriffswege erschweren, etwa session.upload_progress.enabled abzuschalten und post_max_size zu senken. Es betont aber, dass das eine Installation nicht sicher macht. Nutzen Sie das höchstens für die Stunden bis zum Update.
Wurde meine Website angegriffen?
Amazon empfiehlt, mögliche Angriffe ab dem 17. Oktober zu untersuchen, nicht erst ab dem Update. Typische Spuren nach einer Remote-Code-Ausführung:
- Unbekannte PHP-Dateien, besonders in Upload-Ordnern wie
wp-content/uploads, in denen normalerweise nur Bilder liegen. - Kürzlich geänderte Dateien, die Sie nicht selbst geändert haben, etwa
index.php,wp-config.phpoder.htaccess. - Neue Administratoren in WordPress oder Ihrem Shop, die niemand angelegt hat.
- Ungewöhnliche Weiterleitungen, Spam-Seiten bei Google oder Warnungen Ihres Hosters wegen Mailversand.
Finden Sie etwas davon, reicht das PHP-Update allein nicht. Dann gehören eine Bereinigung, neue Passwörter und im Zweifel das Zurückspielen einer sauberen Sicherung dazu (Schritt-für-Schritt-Anleitung: Website gehackt, was tun?). Ihr Hoster kann Ihnen die Zugriffsprotokolle seit dem 17. Oktober geben.
Nutzen Sie Rank Math PRO? Unabhängig von PHP2Shell wurde Rank Math PRO 3.0.123 am 15./16. Oktober 2026 mit einer Hintertür ausgeliefert, und das Update auf 3.0.124 entfernt sie nicht. So prüfen Sie, ob Ihre Website betroffen ist.
Angriff: Was die DSGVO verlangt
Speichert Ihre Website personenbezogene Daten, etwa aus Kontaktformularen, Kundenkonten oder Bestellungen, und gibt es Spuren eines Angriffs, kann das eine Verletzung des Schutzes personenbezogener Daten sein. Dann gilt:
- Melden an die Aufsichtsbehörde (Art. 33 DSGVO): unverzüglich und möglichst binnen 72 Stunden, nachdem Sie davon erfahren haben. Keine Meldung ist nötig, wenn die Verletzung voraussichtlich nicht zu einem Risiko für die Betroffenen führt. Später gemeldet? Dann mit Begründung für die Verzögerung.
- Dokumentieren (Art. 33 Abs. 5): den Vorfall, seine Folgen und Ihre Maßnahmen, auch wenn Sie nicht melden müssen.
- Betroffene informieren (Art. 34): wenn voraussichtlich ein hohes Risiko für sie besteht, zum Beispiel weil Passwörter oder Zahlungsdaten betroffen sein können.
- Agentur oder Hoster müssen Sie als Auftragsverarbeiter unverzüglich informieren, wenn sie einen Vorfall bemerken (Art. 33 Abs. 2). Melden müssen Sie selbst.
In Österreich gilt die DSGVO ebenso; zuständig ist die Datenschutzbehörde. In der Schweiz verlangt das Datenschutzgesetz (Art. 24 DSG) eine Meldung an den EDÖB so rasch als möglich, wenn voraussichtlich ein hohes Risiko besteht.
Das ist keine Rechtsberatung. Haben Sie einen Datenschutzbeauftragten, beziehen Sie ihn sofort ein. Die Zeit läuft ab dem Moment, in dem Sie von dem Vorfall wissen.
Update erledigen lassen
Sie haben keine Zeit, keinen Zugang zum Server oder wollen kein Risiko eingehen? Wir übernehmen das komplette Update:
- Sicherung Ihrer Website vor jeder Änderung
- PHP-Update oder Wechsel auf eine unterstützte Version, bei Shared Hosting, Managed Hosting oder eigenem Server
- Prüfung von Theme und Plugins auf Verträglichkeit
- Test der wichtigen Seiten und Wiederherstellung des alten Stands, falls etwas nicht funktioniert
Die erste Einschätzung ist kostenlos. Sie erhalten vorab ein Angebot mit festem Umfang und Preis. Nach Ihrer Freigabe und sobald wir Zugang haben, ist das Update innerhalb von 24 Stunden erledigt. Jetzt anfragen.
Quellen
- php.net – Sicherheitshinweis vom 21. Oktober 2026
- GitHub – GHSA-w8hw-w9fx-j79w (CVE-2026-109618)
- GitHub – GHSA-6wmf-4rv5-p3rp (CVE-2026-109619)
- php.net – Unterstützte Versionen
- Sansec – Critical PHP RCE: CVE-2026-109618 and CVE-2026-109619
- Plesk – PHP2Shell: Remote code execution in PHP shipped with Plesk
- watchTowr – PHP RCE FAQ: CVE-2026-109618
- Tenable – php2shell FAQ (mit den Angaben von Amazon Threat Intelligence)
- watchTowr – PHP2Shell: Exploited
- BSI – Cybersicherheitswarnung zu PHP2Shell, Version 1.2 (22.10.2026)
- The Register – VulnCheck: PHP2Shell exploit bypasses protections (22.10.2026)
- IONOS – Statusmeldung zur PHP-Sicherheitslücke
- Host Europe – PHP Security Fix
- Infomaniak – Statusseite
- netcup – Statusseite
- Mittwald – Statusmeldung zur PHP-Sicherheitslücke
- Hostinger – Protecting your site from PHP2Shell
- ALL-INKL.COM – Hinweis zu den PHP-Sicherheitsupdates
- easyname – Aktueller Stand der PHP-Sicherheitslücken vom Oktober 2026
- METANET – Statusmeldung zu den PHP-Sicherheitsupdates
- WooCommerce – Critical Security Releases for PHP
- TYPO3 – Systemvoraussetzungen und Environment-Modul
- Contao – Systemvoraussetzungen
- Shopware – Update-Guide 6.7
- JTL – Systemvoraussetzungen
- DSGVO Art. 33 und Art. 34
- EDÖB – Meldung von Datensicherheitsverletzungen
- severint.net – Wie deutsche Webhoster auf PHP2Shell reagiert haben
Häufige Fragen
Was sind CVE-2026-109618 und CVE-2026-109619?
Zwei kritische Sicherheitslücken in PHP selbst, der Sprache, auf der WordPress, die meisten Onlineshops und viele Agentur-Websites laufen. Beide erlauben Remote-Code-Ausführung ohne Anmeldung: Ein Angreifer kann mit einer einfachen Web-Anfrage eigenen Code auf dem Server ausführen. Das PHP-Projekt bewertet beide mit 9,2 von 10 (CVSS v4.0). Sicherheitsforscher nennen sie „PHP2Shell“.
Welche PHP-Versionen beheben die Lücken?
PHP 8.5.12, 8.4.27, 8.3.36 und 8.2.35, veröffentlicht am 21. Oktober 2026. Jede ältere Version dieser Reihen braucht das Update. Für PHP 8.1, 8.0 und 7.x gibt es keine offizielle neue Version.
Wann wurde die PHP-Sicherheitslücke behoben?
Am 21. Oktober 2026 um 14:00 UTC (16 Uhr deutscher Zeit) mit PHP 8.5.12, 8.4.27, 8.3.36 und 8.2.35. Behoben ist sie auf Ihrer Website aber erst, wenn Ihr Hoster oder Sie das Update eingespielt haben. Ob das bei Ihrem Hoster passiert ist, steht in unserer Übersicht „Stand je Hoster“; Ihre PHP-Version können Sie mit unserem kostenlosen PHP-Check testen.
Wie spiele ich das PHP-Update in Plesk ein?
Verwaltet Ihr Hoster den Plesk-Server, spielt er das Update ein; Sie wählen nur die PHP-Version Ihrer Domain. Als Server-Administrator installieren Sie die neuesten Plesk-Updates. Plesk liefert 8.5.12, 8.4.27, 8.3.36 und 8.2.35 aus; für PHP 8.1, 8.0 und 7.4 (nur Linux) bleibt die Versionsnummer gleich, korrigiert sind nur Builds vom 21. Oktober 2026. Plesk selbst ist ab Obsidian 18.0.81 Update 4 bzw. 18.0.80 Update 11 korrigiert.
Hilft ein WordPress-Update?
Nein. Die Lücken stecken in PHP, nicht in WordPress, Theme oder Plugins. Entscheidend ist die PHP-Version auf Ihrem Server, und die verwaltet in der Regel Ihr Hoster.
Ich habe Shared Hosting. Was kann ich tun?
Prüfen Sie im Kundenmenü, welche PHP-Version Ihre Website nutzt, und wählen Sie dort die neueste unterstützte Version, mit der Ihre Website läuft. Fragen Sie Ihren Hoster außerdem, wann das Sicherheitsupdate eingespielt wird. Eine Vorlage für die Anfrage finden Sie oben im Artikel.
Wird PHP2Shell schon ausgenutzt?
Das ist umstritten, Stand 23. Oktober 2026. watchTowr und Amazon melden beobachtete Angriffe, Amazon sogar eine breite Ausnutzung. Das BSI kennt dagegen „noch keine erfolgreiche Ausnutzung der Schwachstellen in der Breite“, und laut Sansec funktionieren die öffentlichen Angriffswerkzeuge gegen eine PHP-Standardinstallation nicht. VulnCheck gibt an, einen funktionierenden Angriff zu besitzen, aber nur für eigene Kunden. Eine erfolgreich angegriffene Website ist öffentlich bisher nicht belegt. Für Sie ändert das nichts: Das Update ist trotzdem nötig.
Hat mein Hoster das Update schon eingespielt?
Bei den meisten großen Hostern ja, Stand 23. Oktober 2026, 11 Uhr: IONOS, STRATO, ALL-INKL.COM, domainfactory, Host Europe, Hetzner, netcup, Mittwald und Hostinger melden das Update für ihr Webhosting als eingespielt, in Österreich easyname, in der Schweiz METANET. Bei Infomaniak haben wir noch keine Abschlussmeldung gefunden, bei World4You, Hostpoint und cyon gar keine Meldung. Das gilt für Shared und Managed Hosting. Einen eigenen Server, VPS oder Cloud-Server müssen Sie selbst aktualisieren. Die Übersicht im Artikel nennt den Stand je Hoster.
Wie prüfe ich, ob die Korrektur wirklich installiert ist, wenn die Versionsnummer gleich bleibt?
Fragen Sie Ihren Hoster, ob das PHP Ihrer Website die Korrektur für CVE-2026-109618 und CVE-2026-109619 enthält; eine Vorlage steht im Artikel. Selbst können Sie in phpinfo() das „Build Date“ ansehen: Liegt es vor dem 20. Oktober 2026, fehlt die Korrektur so gut wie sicher. Ein neueres Datum ist ein gutes Zeichen, aber kein Beweis. Auf einem eigenen Server zeigt das Änderungsprotokoll Ihres PHP-Pakets die CVE-Nummern.
Muss ich ein Update von WordPress, Shopware, TYPO3, Joomla, Contao, Matomo, Nextcloud oder JTL-Shop einspielen?
Nicht wegen PHP2Shell. Die Lücken stecken in PHP, nicht in der Anwendung darauf; WooCommerce schreibt ausdrücklich, dass kein Update nötig oder geplant ist. Betroffen ist also jede dieser Anwendungen, solange das PHP darunter nicht korrigiert ist, und geschützt ist sie, sobald es das ist. Wer aber von PHP 8.1 oder älter wechseln muss, braucht eine Version seines Systems, die PHP 8.2 oder neuer unterstützt.
Reicht das PHP-Update, wenn meine Website schon angegriffen wurde?
Nein. Das Update schließt die Lücke, entfernt aber nichts, was ein Angreifer vorher abgelegt hat, etwa versteckte PHP-Dateien oder neue Administratoren. Prüfen Sie Ihre Website auf die Spuren, die im Artikel beschrieben sind. Finden Sie etwas, gehören eine Bereinigung und neue Passwörter dazu.
Muss ich einen Angriff der Datenschutzbehörde melden?
Wenn Angreifer Zugriff auf personenbezogene Daten hatten, etwa aus Kontaktformularen, Kundenkonten oder Bestellungen, in der Regel ja: nach Art. 33 DSGVO unverzüglich und möglichst binnen 72 Stunden, außer es besteht voraussichtlich kein Risiko für die Betroffenen. Dokumentieren müssen Sie den Vorfall in jedem Fall. Das ist keine Rechtsberatung; im Zweifel fragen Sie Ihren Datenschutzbeauftragten.
Mein Server zeigt eine ältere Versionsnummer. Ist er ungeschützt?
Nicht unbedingt. Linux-Distributionen wie Debian, Ubuntu und Red Hat behalten oft die ursprüngliche Versionsnummer und spielen Sicherheitskorrekturen in ihre Pakete ein. Ihr Hoster oder der Security-Tracker Ihrer Distribution kann das bestätigen.
Kann ich mich schützen, bis das Update da ist?
Nur teilweise. Das PHP-Projekt nennt Einstellungen, die einzelne Angriffswege erschweren, etwa session.upload_progress.enabled abzuschalten und post_max_size zu senken. Es sagt aber ausdrücklich, dass das eine Installation nicht sicher macht. Nur das Update behebt die Lücken.
Was kostet es, wenn Zybee Labs das Update übernimmt?
Die erste Einschätzung ist kostenlos. Danach erhalten Sie ein Angebot mit festem Umfang und Preis, bevor wir etwas ändern. Nach Ihrer Freigabe und sobald wir Zugang haben, ist das Update innerhalb von 24 Stunden erledigt.